23.12.2025 – An Unexpected Journey


Oder: mein fotografischer Werdegang.

Anders als andere, bin ich erst im Digital-Zeitalter selbst in die Fotografie eingestiegen. Als Jahrgang 85 bin ich zwar mit analoger Fotografie groß geworden, aber ich habe damals nicht wirklich aktiv analog fotografiert. Ein kurzes Intermezzo in der Foto-AG meiner Schule brachte mich zwar mit dem Entwicklungs-Prozess in Kontakt, aber spannenderweise nicht mit dem Vorgang des Fotografierens selbst.
Meine erste eigene Kamera an die ich mich bewusst erinnere schenkte mir meine damalige Freundin und heutige Ehefrau im Jahr 2003 zum 18. Geburtstag – eine Nikon Coolpix 2000 mit effektiven 2 Megapixel – WOW! ;-).

Mit der Coolpix habe ich allerdings erstmal nur die üblichen Party- und Freundesbilder geknipst. Ein wenig seriöser wurde es da schon, als ich mir 2004 vorgenommen habe mein anderes Hobby – Tabletop-Gaming – fotografisch zu begleiten und dafür von meinem Onkel mit einer Canon EOS 300D und später 350D ausgestattet wurde. Diese Kameras blieben dann länger meine Werkzeuge, auch über den Tod meines Onkels hinweg, bis…

… ja bis 2010 mein Sohn geboren wurde und mein Bedürfnis stieg die Fotografie zu intensivieren, zur Dokumentation seines Aufwachsens und zum persönlichen Ausgleich. Und so zog im Dezember 2010 eine Leica D-Lux5 bei mir ein. „Moment, eine Knipse?“, mag sich nun die einer oder der andere denken. Aber tatsächlich spürte ich damals den Wunsch nach einem festen System und die D-Lux bot mir alle was ich brauchte. Vor allem fühlte ich mich durch meinen verstorbenen Onkel schon immer der Marke Leica verbunden, die für ihn immer etwas besonderes war. Die Zeit mit der D-Lux markierte meine erste echte fotografische Entwicklung. Besonders half mir dabei eine Serie in der LFI, in der Stück für Stück die ganz grundlegenden Prinzipien der Fotografie erklärt wurden, wie Blende, Zeit, ISO, goldener Schnitt und Drittelregel. Thematisch war ich damals noch nicht festgebunden. Ich machte die üblichen Anfänger-Bilder und hielt natürlich vor allem auch unser Familienleben fest.

Nachdem mich die D-Lux5 zwei Jahre begleitet hat, kam Ende 2012 in mir der Wunsch nach einer Systemkamera auf. Zwischendurch habe ich 2011 einen Kurs mit der Leica M9 gemacht und natürlich habe ich entsprechend 2012 in Richtung Leica M geschaut, aber das war zu der Zeit völlig unerschwinglich für mich und ehrlicherweise geriet die Fotografie als Hobby auch in den Hintergrund. Im Vordergrund stand die Dokumentation des Nachwuchses, sodass die Wahl auf die damals ganz neue Fujifilm X-E1 mit einem Zoom-Objektiv fiel. Was ich damals noch nicht wusste: die Fujifilm X-Serie und sogar die X-E1 sollten mich lange begleiten, bis ich im April 2025 die letzen Kameras und Linsen aus diesem System verkaufte. Und auch heute noch ist das ein großartiges System, das ich jedem nur wärmstens empfehlen kann!

Für gut 6 Jahre war die X-E1 meine Hauptkamera, bevor Ende 2018 das Foto-Hobby erneut bei mir aufflammte (und seitdem nicht mehr erlöschen sollte), sodass sich im Januar 2019 die damals ganz neue X-Pro3 hinzugesellte. Mit ihrem optischen Sucher war sie noch näher an der M und bereitete mir große Freude. Anfangs konzentrierte ich mich vor allem auf die Street-Fotografie, aber etwa zu dieser Zeit stieg ich auch in die Sportfotografie ein, wo sowohl die E1, als auch die Pro3 an ihre Grenzen stießen. In der Konsequenz ergänzte ich zunächst eine X-T4, die kurze Zeit später durch eine X-H2S ersetzt wurde. Mit letzterer fasste ich zunehmend in der Sportfotografie Fuß, die mein Hauptmotiv werden sollte und bis heute ist.

Im Mai 2023 erschien schließlich die Leica Q3 (28mm). Ich stand schon einige Monate auf der Warteliste im Leica Store Düsseldorf. Als ich die Kamera am 26.05.2023 im Store abholte, konnte ich es kaum glauben: meine erste, eigene „echte“ Leica. Es war der Beginn eines neuen fotografischen Abschnitts für mich. Die Q3 hat mich seitdem im Alltag und auf unzähligen Reisen begleitet und ich möchte sie nicht missen. Auch wenn sie eine fix verbaute Festbrennweite hat, habe ich nie zuvor eine so vielseitige und potente Kamera besessen. Mit der Q3 dokumentiere ich mein Familienleben genauso wie die Trainingslager und Teamevents unserer Mannschaften.

Sportlich war ich jedoch weiterhin mit der X-H2S unterwegs, zumindest, bevor ich im Februar 2024 meine Leica SL2-S anschaffte. Ich hatte schon länger für mich entschieden, dass mein Weg in ein reines Leica-Setup führen würde und so war es immer nur eine Frage der Zeit. Anfangs setzte ich allerdings noch auf Sigma-Linsen, die im L-Mount zusammen mit Panasonic eine ganz wunderbare, budgetschonende Alternative zu den nativen SL-Objektiven darstellen.

Heute habe ich mein Ziel erreicht und bin mit meinem Setup vollständig bei Leica angekommen. Andere Systeme habe ich nicht mehr im Einsatz und habe auch kein Verlangen danach. Mit dem SL-System für die Sportfotografie und der Q für den Familienalltag und die Reportage bin ich sehr gut versorgt, auch wenn ich nicht verhehlen will, dass der Blick in Richtung M unvermeidlich ist. Aber es wäre ja langweilig, wenn man weder Träume noch Ziele hätte.

2 Kommentare

  1. Mein Lieber, danke für die Mitnahme auf die Reise. Wenn ich überlege, wie wir 2010 gemeinsam loszogen und diese Reise jetzt mal enger, mal weiter gemeinsam miteinander gehen, macht es umso mehr Freude.
    Ich glaube das Schielen zur M ist irgendwie „normal“ und ich muss doch innerlich schmunzeln, wenn ich daran denke, dass du mir sagtest, dass ich auch mit einer Q3 in der Hand, die immer mein „Wunschkind“ war wohl das Gefühl des Hinterhereiferns nicht loswerde, sondern bei Leica einfach länger braucht.
    Ich freue mich auf die weitere, gemeinsame Reise.
    Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert